Solimano

‘Die Legende besagt, dass in Kalsa, einem arabischen Stadtteil Palermos, ein strahlend schönes Mädchen lebte, das seine Tage damit verbrachte, sich um die Blumen, die es in seinem Garten gepflanzt hatte, zu kümmern. Eines Tages wurde es von einem jungen Mohren bemerkt, während es hingebungsvoll seine Blumen goss. Er verliebte sich unsterblich in das junge Mädchen. Unverzüglich gestand er der Erwählten seine Liebe und das Mädchen, berührt von seiner Kühnheit, verliebte sich auch in ihn. Leider war der Jüngling schon verheiratet. Als unsere sizilianische Protagonistin herausfand, dass ihr Geliebter in den Orient zu seiner Frau zurückkehren wollte, wartete sie geduldig auf die Nacht und schnitt dem Treulosen den Kopf ab. Sie ließ den Kopf zu einem Behälter werden, zu einer Vase, in der sie Basilikum anpflanzte und sie anschließend auf ihrem Balkon zur Schau stellte.’

I sensi

Unseren Vasen haben wir menschliche Gestalt und Eigenschaften zugeschrieben. Diese Aspekte sollen die Energie symbolisieren, die vom Rohmaterial ausgeht, die Form annimmt und so zu einer lebendigen Gestalt wird. Aus einem Häufchen Tonerde entstehen diese Zylinder: In einer Ménage à trois, in der sich Drehbank, Erde und die Hände unserer Handwerker vereinen, um die rote Tonerde aufzutürmen. Unsere Vasen wollen sehen, riechen, schmecken. Ob es nun Blumen, Zweige, Blätter oder Wurzeln sind – unsere vertikalen Skulpturen wollen zu genießerischen Beschützern werden und keine einfachen Behälter bleiben